Sardinien 2010

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Angemeldet sind Elmar, 2xMichael, Frank, Peter, Jörg, Andy und Jürgen


Wie einigen von Euch bekannt ist, verbringe ich den Septemberanfang meist auf Sardinien. Der Gedanke einer längeren Ausfahrt dorthin ist auch schon lange vorhanden.

2010 wird das nun Realität und wir werden Sardinien mit 8 Autos erkunden.

Wir treffen uns am 01.09.2010 um 11.oo Uhr in Lindau am Bodensee direkt an der Autobahnausfahrt an der großen Tankstelle gegenüber von Mc Donalds. Dies ist ein Mittwoch. Wer will kann auch schon vorher anreisen und einen oder mehrere Tage am Bodensee verbringen.

Von dort geht es ein kurzes Stück durch Österreich (Pfändertunnel) in die Schweiz mit Zielrichtung Italien. Kurz vor dem San-Bernadino-Tunnel zweigen wir östlich ab und fahren über den Splügen-Paß (2113m) mit einer grandiosen Aussicht über eine kleine Grenze nach Italien. Der Splügenpaß ist sehr eng und kurvenreich, es geht also eher langsam, viele Kurven sind nur im 1.Gang fahrbar.

Unser Ziel an diesem Tag ist das Imagna, eine Bergregion nördlich von Bergamo, wo wir in Fuipiano di Imagna in einem kleinen 3-Sterne-Hotel übernachten und im Nachbarort Rota Imagna gemütlich zu Abend essen. Bei einem Bier oder einer Flasche Wein im Hotel klingt der Abend dann aus.

Unser Hotel, der Albergo Moderno in Fuipiano:
moderno

Wie gestalten wir den Donnerstag?
Wir besichtigen die Altstadt von Bergamo. Parken in der ‘Neustadt’ in der Tiefgarage und Fahrt mit der Drahtseil-Eisenbahn in die Altstadt. Anschließend gemütliche Weiterfahrt nach Genua nur über die Autobahn. Falls wir Mailand ohne Staus passieren können, ist dort ausreichend Zeit, unsere Zettis im Hafen abzustellen und 2 Stunden die Altstadt von Genua zu besichtigen.

Gegen 18.00 Uhr decken wir uns am Einkaufszentrum des Fährhafens Genua mit Essen und Getränken ein, da die Preise auf der Fähre extrem hoch sind. Der Check-Inn im Hafen findet danach um 19.oo Uhr statt.

Dann heißt es “Warten auf die Fähre” und das ‘Begrüßen’ der einfahrenden Fähre. Wir fahren mit der Reederei Moby, die meist die günstigsten Angebote hat und hier mit der Moby Wonder bzw. der Moby Freedom. Beide Schiffe sind identisch und haben Kapazität für 700 Fahrzeuge und 2080 Passagiere sowie 300 Kabinen. Sie legt meist pünktlich um 22.00 Uhr ab.

Nach der Einfahrt in den Schiffsbauch und ggf. Beziehen der Kabine treffen wir uns auf dem Oberdeck (Deck 9) und dann ist mal wieder gemütliches Beisammensein angesagt.
Der eine oder andere wird sicher auch das Schiff ‘entdecken’ und wer will kann in den verschiedenen Restaurants speisen. Es gibt 3 Restaurants: Ein normales mit Bedienung (recht gut und recht teuer), ein SB-Restaurant (kantinenähnlich) und eine SB-Pizzeria (nicht zu empfehlen).

In der sehenswerten Lounge tritt häufig eine Band auf.

Die Nacht ist recht früh - ca. 06.oo Uhr - zu Ende, wenn wir mit mehr oder weniger schöner Musik und Lautsprecherdurchsagen geweckt werden. Jetzt heißt es anstehen für einen Cappuccino und dann wieder aufs Oberdeck, wo am Himmel die Sonne aufgeht und wir auf der östlichen Seite gerade ganz nah an Korsika vorbeifahren.
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Gegen 07.oo bis 08.oo Uhr entläßt der große Schiffsbauch unseren Zetti und wir sind wieder an Land und jetzt ist es schon Freitag.

Sardinien ist nach Sizilien die zweitgrößte italienische Insel und liegt entfernungsmäßig näher an Tunis als an Rom. Entsprechend ist auch das Klima. Temperaturen von bis zu 38 Grad im Landesinneren sind im September nicht selten und auch wenn es im September häufiger regnet geht es nicht unter 25 Grad. Selbst nachts wird das Thermometer immer eine 2 an der ersten Stelle haben. Dazu ist es oft sehr windig und in den Bergen abends und morgens nebelig.
Besonders in trockenen Sommern wie 2004 und 2008 herrscht Wasserknappheit, was bedeutet, daß es abends ab 20:00 Uhr kein Wasser mehr gibt. Hotels und Restaurants haben aber häufig Vorratstanks. Trotzdem ist Wassersparen angesagt (Autowaschen ist defintiv tabu, außer in der Waschstraße).

Unser Ziel ist die Ogliastra, die kleinste Provinz Italiens im mittleren Osten der Insel.
Dorthin kommen wir an diesem Tag über die alte SS125, die meist am Meer entlang führt, sich aber auch teilweise auf über 1200m hochschlängelt.
Zwischendurch werden wir eine längere schattige Pause einlegen und der eine oder andere wird seine Augen dabei etwas schließen, denn der Schlaf auf einer Fähre ist nicht wirklich erholsam.

Diese erste ‘Tour’ beträgt beinahe 165km, was bei den sardischen Straßen einen Zeitaufwand von ca. 4 Stunden reine Fahrzeit bedeutet. Stundenschnitte von 40 km/h sind die nächsten Tage die Realität, wobei wir immer wieder durch Ziegen, Schafe, Kühe, wildlebende Schweine oder Pferde auf der Straße gebremst werden.
Für Rally-Fanatiker ist Sardinien somit nicht geeignet und ihr werdet Euch schnell nach geraden deutschen Bundesstraßen sehnen.

Übrigens spricht man auf Sardinien im Landesinneren sardisch was dem italienischen und dem spanischen ähnelt. Aber fast alle Sarden beherrschen auch italienisch. Deutsch oder Englisch ist eher selten. Man sollte also ein paar Brocken italienisch beherrschen, spätestens bei der Essensbestellung, weil deutsche Speisekarten gibt es nur in den Touristengebieten, wo wir aber nicht sind!

Unser Ziel ist das Gemeindegebiet von Cardedu. Unser Hotel liegt weit außerhalb des Ortes, und etwa 2 km vom Strand entfernt. Es hat ein sehr gutes Restaurant und einen gepflegten großen Pool. Die Inhaber und das Personal sind außerordentlich freundlich. Deutsch spricht hier übrigens keiner! Englisch wird nur von Sara an der Rezeption gesprochen, die mir aber versprochen hat, bei unserem Einchecken anwesend zu sein.

An den folgenden 6 Tagen werden wir gemeinsam 3-4 Ausfahrten/Unternehmungen machen, wobei wir dies flexibel je nach Wetter gestalten, d.h. bei schlechterem Wetter ist Ausfahrt angesagt, bei gutem Wetter eher Freiraum.

Tour 1.)
Dies ist bei aller Flexibilität tatsächlich die erste Tour und findet gleich am Samstag nach einem ausgiebigen Erholungsschlaf statt.
Wir fahren über einen traumhaften Gebirgspaß Richtung Norden und besichtigen dort eine alte Klosteranlage aus dem 11 Jahrhundert. Dann geht es abwärts Richtung Meer und wir fahren die einzelnen Küstenorte der Ogliastra von Nord nach Süd ab. Solltet Ihr später baden oder shoppen gehen wollen, wisst Ihr, wohin Ihr müßt.

Tour 2.)
Dreiviertel-Tagestour: Es geht ins Landesinnere über eine Reihe von Gebirgspässen. U.a. besichtigen wir eine Grotte und landschaftlich sehr schöne Naturparks, laßt Euch überraschen.

Tour 3)
Ganztages-Tour: Heute heißt es sehr sehr früh aufstehen. Wir fahren ab Lanusei oder ab Arbatax mit dem Trenino-Verde nach Sadali. Der Trenino-Verde ist eine Schmalspureisenbahn, die nur in den Sommermonaten fährt und in dieser Gegend i.d.R. heute nur noch von Touristen benutzt wird, Der grandiose Eindruck, den wir bisher von der Landschaft Sardiniens gewonnen haben, wird hier nochmals übertroffen. Wir werden Sadali (ein kleines aber schönes Dorf) zusammen erkunden. Gegen 13 Uhr haben wir in einem Restaurant ein sardisches Mittagessen gebucht und danach ist noch viel Zeit zu Spaziergängen, Museumsbesuchen bis es spätnachmittags auf die Rückfahrt geht.

Tour 4)
Halbtages-Tour mit frühem Aufstehen nach Ulassai. Hier besichtigen wir eine große Tropfsteinhöhle, die den Höhlen in der fränkischen Schweiz kaum nachsteht, allerdings nicht so kommerzialisiert ist. Anschließend geht es weiter nach Jerzu, wo die Einkaufsmöglichkeit für den legendären Cannonau in der dortigen berühmten Weinkellerei besteht. Zwei oder drei Flaschen sollten sicher im Kofferraum noch Platz finden. Unsere leeren Wasserflaschen werden dort auch gerne an einer alten Tankstelle mit Rot- oder Weißwein aus der Zapfsäule gefüllt.
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Die restlichen 2 1/2 Tage sind zur freien Auswahl. Wer will kann eine Fahrt nach Cagliara, der großen Hafenstadt im Süden der Insel unternehmen und auf dem Weg dorthin an der Costa Rei die berühmten wild lebenden Flamingos besichtigen. Oder einfach am Strand relaxen und bräunen. Oder in Tortoli shoppen gehen. Oder auf eigene Faust das Landesinnere erkunden. Oder ... oder ... oder ...

Die Ausfahrten beginnen meist nach dem Frühstück und an diesen Tagen werden wir i.d.R. gemeinsam im Hotel Abend essen.
An den anderen Tagen werden wir abends ein Ristorante mit Pizzeria ansteuern. De Preise für Essen sind in Sardinien noch etwas höher als in Italien. So kann jeder für sich entscheiden, Pizza zu essen oder ein 3-Gänge-Menue. Da Sardinien vom Massentourismus verschont blieb - vielleicht auch wegen der hohen Preise - ist es dort absolut unüblich nur Spaghetti oder nur ein Hauptgericht zu bestellen. Wer einen solchen Wunsch äußert, wird häufig gebeten, doch wieder zu gehen. Unter 30 Euro/Person geht eigentlich nichts, wenn man keine Pizza ißt. Dann allerdings liegt man mit einem Getränk bei unter 10 Euro.
Mittagessen werden wir nicht, sondern auf unseren Ausfahrten in einem Park oder an einer der vielen Quellen Pause machen und das vorher am Straßenrand oder im Supermarkt gekaufte Obst oder Brot und Käse/Schinken zu uns nehmen.

Die Reise soll aber für alle flexibel bleiben und das heißt, daß das nicht alles so sein muß. Nach einer Ausfahrt ist z.B. immer noch Zeit, für 2 Stunden am Meer zu relaxen, danach irgendwo Abend zu essen und dann wieder zu den andern zu stoßen oder sich auch mal einen Tag ganz abzuseilen.

Viel zu schnell naht jetzt der Freitag und es heißt Abschied nehmen.
 

Unser Weg führt uns diesmal über die Schnellstraße nach Norden und das erste Mal wird unser Zetti den fünften Gang wiedersehen.
Einen längeren Stop legen wir in Orgosolo ein, das Berühmtheit durch seine kriminelle und rebellische Vergangenheit erreichte. Hier hielt erst vor wenigen Jahrzehnten Gesetz und Ordnung Einzug und in den 90ern erreichte man wieder neue Bekanntheit, als man sich erfolgreich gegen die Errichtung eines Nato-Übungsplatzes zur Wehr setzte, indem das gesamte Dorf sich den Panzern entgegenstellte.
Von der Vergangenheit künden hunderte von Murales (Wandgemälde) wobei sich auf der Hauptstraße die meisten mit dem Zeitgeschehen der letzten 40 Jahre auseinandersetzen. Z.B. sind dort auch Helmut Schmidt und die Mitglieder der RAF zu sehen. Fidel Castro und Che Guevara sowieso.
Link zu den Murales von Orgosolo

Es folgt (natürlich) wieder ein kleiner Gebirgspaß nach Nuoro, der drittgrößten Stadt auf Sardinien. Eventuell machen wir dort einen Abstecher auf den ‘Hausberg’ der Einwohner mit über 1200m.
Dann geht es vierspurig nach Porto Cervo an der Costa Smeralda. Hier am Treffpunkt der Reichen und Schönen stellen wir fest, daß das Meer tatsächlich so blau sein kann, wie auf den eingefärbten Ansichtskarten immer suggeriert wird und dort gibt es auch die Geschäfte, die wir aus Mailand, London, Paris oder Berlin kennen.
Nach einem Spaziergang durch den Hafen mit den Millionen-Yachten geht es wieder nach Olbia und das gleiche Spiel beginnt, das wir jetzt schon kennen.
Wir besorgen Essen und Getränke, Check-Inn ....

Gegen Samstag 08.oo Uhr landen wir in Genua und jetzt geht es Richtung Heimat. Die Autobahn führt über Mailand in die Schweiz, vorbei an den berühmten Schweizer Seen Richtung Heimat.

Zu den Kosten: Wie schon geschrieben, Sardinien ist kein billiges Domizil, aber wir konnten das ganze erträglich halten:

Die Hotelkosten (8 Übernachtungen) belaufen sich im Doppelzimmer auf ca. 260 Euro pro Person, im Einzelzimmer ca. 360 Euro.
(Kleine Anmerkung vom Organisator: Das ist für Sardinien extrem niedrig!).

Dazu kommt natürlich noch die Fähre:

Auto + 2 Personen ohne Kabine Hin- und Rückfahrt:    200 Euro
Auto + 2 Personen mit Innenkabine Hin- und Rückfahrt: 330 Euro
 

Hinzu kommen Mautgebühren in 3 Ländern und Kosten für Essen und Getränke sowie eine Tourpauschale von 65 Euro/Fahrzeug. In der Tourpauschale ist ein Reiseführer mit fast 600 Seiten enthalten, den ihr einige Wochen vorher zugesendet bekommt.

Sollte jemand kurzfristig stornieren müssen: Weder für Hotel, noch für Fähre oder Tourpauschale gibt es eine Storno-Möglichkeit!
Eventuell ist beim Hotel noch etwas möglich, falls dort das Zimmer durch andere Gäste belegt werden kann.

Ggf. solltet Ihr deshalb eine private Reiserücktrittskostenversicherung abschließen. Aber bitte prüfen, ob diese bei einer privat organisierten Reise eintritt.


Kurz zur Sicherheit: Sardinien ist ein sehr sicheres Urlaubsziel, sieht man
von den Städten Olbia, Sassari und Cagliari ab. Dort sollte man die auch in Deutschland üblichen Sicherheitsvorkehrungen treffen, d.h. das Auto nicht unbedingt offen stehen lassen und keine Wertsachen im Inneren sichtbar deponieren.
Olbia werden wir nur beim Einchecken auf der Rückfahrt sehen.
Ansonsten ist Kriminalität auf Sardinien eher selten und in den ländlichen
Bereichen, in denen wir uns befinden so gut wie nicht vorhanden.

Alle Teilnehmer erhalten in den Wochen vor der Fahrt regelmäßige Mails mit Tips, Infos und Links.